[München, DE/ Intern] - Radiologie spielt bei der Behandlung von akuten Verletzungen und auch zunehmend bei vielen anderen akuten Erkrankungsbildern in den Notaufnahmen eine immer wichtigere Rolle. Kernaufgabe des Notfall-Radiologen ist die umfassende und schnelle Diagnostik des akut erkrankten Patienten, das Erkennen aller Verletzungen und die Bewertung des Schweregrades innerhalb eines engen Zeitfensters. In ihrem ersten Sommerkurs in Europa, Anfang Juli in München, konzentriert sich die neu gegründete European Society of Emergency Radiology (ESER) ganz auf die Bildgebung von Verletzungen und akuten Erkrankungen im Bereich des Gehirns, des Abdomens und des Thorax.
"Die ESER bietet im Juli 2012 in München in ihrem zweitägigen Meeting einen kompletten Überblick über aktuellste Methoden der Notfall-Radiologie bei traumatischen und nicht-traumatischen Verletzungen vom Kopf bis zum Abdomen an. Um mit den rasanten Entwicklungen in der Notfall-Radiologie auf dem neuesten Stand zu bleiben und Fälle richtig zu interpretieren, sind vor allem fundiertes klinisches Hintergrund- und Fachwissen, sowie eine ständige Weiterbildung auf höchstem Niveau unabdingbar." so Prof. Dr. Ulrich Linsenmaier, Society- und Kongresspräsident der ESER.
Bei Schwerverletzten spielt die Radiologie vor allem in der ersten Stunde nach einem Trauma oder Polytrauma eine lebensrettende Rolle, da eine genaue Einschätzung und Lokalisation der Verletzung unabdingbar für die frühzeitige Einleitung zielgerichteter Therapien ist. Viele Therapieentscheidungen, auch viele lebensrettenden Sofortmaßnahmen oder Notoperationen werden erst durch die Notfall-Radiologie ermöglicht.
Die Notfall-Radiologie ist eines der am schnellsten wachsenden Gebiete der medizinischen Bildgebung. Bildgebende radiologische Verfahren wie die Computertomographie oder Magnetresonanztomographie weisen seit den 1990er Jahren in der Notfalldiagnostik ein exponentielles Wachstum auf. Die durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten betragen 16%; dies führt zu einer Verdopplung der Anzahl dieser Untersuchungen innerhalb von nur 4,7 Jahren.
Dies schlägt sich auch in der großen Nachfrage nach Fort- und Weiterbildungskursen in der Notfallradiologie nieder. Der Sommerkurs in der LMU Universitätsklinik unter der Leitung von ESER Präsident Prof. Dr. Ulrich Linsenmaier richtet sich an Radiologen, wie auch Assistenzärzten, die noch in der Ausbildung stehen.[tb]



