Strahlentherapie: Erhöhtes Brustkrebsrisiko noch nach 40 Jahren
In Partnerschaft mit
05.07.2012
Strahlentherapie: Erhöhtes Brustkrebsrisiko noch nach 40 Jahren

[England u. Wales / UK / Medizin] - Eine nationale Kohortenstudie aus England und Wales deutet darauf hin, dass Frauen, die wegen eines Morbus Hodgkin in jungen Jahren eine Strahlentherapie erhalten, selbst nach 40 Jahren noch ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufweisen. Entsprechend lang müssten Follow up-Programme laufen, fordern die Autoren der Untersuchung.

Für die Untersuchung wurden die Krankheitsgeschichten von  5002 Frauen aus England und Wales ausgewertet, die in den Jahren zwischen 1956 und 2003 im Alter von unter 36 Jahren wegen eines Hodgkin-Lymphoms eine Strahlentherapie oberhalb des Zwerchfells erhalten hatten. Brustkrebs oder ein duktales Carcinoma in situ entwickelte sich in der Follow up-Periode bei 373 dieser Frauen.

Das entspreche einer standardisierten Inzidenzrate im Vergleich zur Normalbevölkerung von 5,0, wie die Autoren um Anthony Swerdlow vom Institut of Cancer Research im englischen Sutton im Journal of Clinical Oncology berichten. Mit anderen Worten: Das Brustkrebsrisiko ist über die Gesamtkohorte fünffach erhöht.

Deutlich ausgeprägter ist das Risiko bei jenen Frauen, die noch als Jugendliche bestrahlt wurden. Eine Strahlentherapie im Alter von 14 Jahren erhöht das Risiko annähernd um den Faktor 50, wobei das Risiko-Maximum im Vergleich zur Normalbevölkerung in einem Alter von 50 bis 59 Jahren liegt. Die Autoren schlussfolgern, dass Frauen, die in jungen Jahren hohen Strahlendosierungen ausgesetzt waren, auch nach Jahrzehnten noch intensiver gescreent werden müssen als altersgleiche Frauen ohne Strahlentherapie-Anamnese. [pp]

[Weiterführenden Inhalte]


Journal of Clinical Oncology: „Breast Cancer Risk After Supradiaphragmatic Radiotherapy for Hodgkin′s Lymphoma in England and Wales: A National Cohort Study“


Carestream xfactor